Fortschritt und Tradition Vieles dreht sich um Zeit.

By 1. July 2019Angebote

Vieles dreht sich um Zeit.


Es ist einer dieser langersehnten ersten Frühlingstage. Roland, mein Freund und Mitarbeiter bei Bösendorfer, sitzt schweigend hinter dem Steuer seines Autos während ich aus dem Fenster blicke. Die Häuser der Wiener Innenstadt ziehen an uns vorüber – wir sind nicht unweit der Wiener Ringstraße.

Auf der Suche nach einem Parkplatz drehen wir bereits die dritte Runde um jenes Gebäude, das heute Ziel unserer Entdeckungsreise ist. Wie viel dieses Gebäude bereits erlebt hat lässt sich kaum in Worte fassen, genauso wenig lässt sich aufzählen, wie viele berühmte Geister darin ein und ausgingen. Mittlerweile ist es früher Nachmittag. Die Sonne scheint. Nach dem erfolgreichen Parkmanöver steuern wir eine Türe an durch die wir eine andere Welt betreten: das Wiener Musikvereinsgebäude.

 

Vieles dreht sich um Zeit. Zeit die man hat oder nicht, Zeit die vergeht, Zeit die stillsteht, oder Zeit, die man sich zurück wünscht. Die Vergangenheit ist vergangen und von ihr lässt sich nichts wiederbringen. Nur bei der Musik verhält sich die Sache etwas anders. Durch Tonaufnahmen, Originalabschriften und Partituren lässt sich einiges konservieren. Jedoch ist es unmöglich heute, Rachmaninow, Ravel oder Gershwin live am Klavier zu erleben, ein Vergnügen, das uns, die wir später geboren wurden, nicht zu Teil wurde. Obwohl eigentlich ist das so nicht richtig!

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An jenem herrlichen Frühjahrstag machen wir die Bekanntschaft mit einer ganz besonderen technischen Errungenschaft: der Disklavier Edition mit Enspire PRO Technologie. Als wir diese wunderbaren Räumlichkeiten betraten, konnten wir nicht wissen mit was für einem Gefühl wir den Bösendorfer Salon im Musikverein wieder verlassen sollten. So geht es wohl den meisten Menschen, die etwas völlig Neues erleben. So mussten sich auch die Menschen gefühlt haben, als ihnen das erste Mal ein Zug auf einer Leinwand entgegen donnerte.

 

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Das Bösendorfer Disklavier Enspire bietet das Vergnügen einen vollständig selbst spielenden Flügel zu erleben – und das fühlt sich tatsächlich so an, als würde ein unsichtbares Wesen in die Tasten greifen. Das wirklich Besondere ist, dass ich mein eigenes Spiel aufnehmen, anschließend vom Instrument zurücktreten kann, um es selbst live zu hören und zu erleben, exakt so, wie ich es zuvor gespielt habe, mit jeder feinsten Anschlagdynamik. Mit dem Tablet oder Smartphone kann ich mich beim Spielen filmen und das ebenfalls – die Wireless-Technologie macht’s möglich – synchronisiert abspielen. Sich selbst spielen zu hören und zu sehen – besser kann man sein eigenes Spiel nicht analysieren und optimieren.Gekrönt wird das Ganze mit einer Silent-Funktion, die mein Spielgefühl und meine Möglichkeiten der Nuancierungen nicht im Geringsten beeinträchtigt – sehr beeindruckend. Ermöglicht wird das durch den weltweit einzigartigen Quick-Escape-Mechanismus, eine spezielle Adjustierung der Mechanik, die den Hammerkopf stoppt, bevor er die Saite berührt und weder die mechanischen noch akustischen Eigenschaften des Instrumentes verändert. So kann ich mit ruhigem Gewissen spätabends noch spielen, ausprobieren oder üben, ohne jemanden zu stören!

Den unglaublich reichhaltigen Bösendorfer Archiven ist es zu verdanken, dass von großen Komponisten und Pianisten Aufnahmen existieren. Weshalb es heute eben möglich ist, in den eigenen vier Wänden einem Spiel von Ravel und Gershwin zu lauschen, oder Rachmaninow, wie er eine seiner wohl bekanntesten Kompositionen – die cis-Moll-Prelude – spielt. Nicht als Wiedergabe per Audiodatei, sondern live auf einem akustischen Klavier! Ich sehe wie sich die Tasten bewegen, wie die Mechanik arbeitet, die Hämmer auf die Saiten schlagen und die Pedale sanft nach unten wandern so als würde der Geist des Pianisten zurück in die Gegenwart kehren. Unsichtbar und unfassbar, etwas ganz besonderes eben. Nichts ist größerer musikalischer Genuss als den Komponisten bei der Interpretation seines eigenes Werkes zu erleben und das mit dem unvergleichlichen Klang eines Bösendorfers, der so berühmt geworden ist.

 

 

Das Disklavier Enspire, Technik auf dem neuesten Stand, kombiniert mit Bösendorfers unvergleichlichem Resonanzkastenprinzip und seiner Handwerkskunst, die die Jahrhunderte überdauert hat. Was einst als Funke mit Walzen und Lochstreifen begann, wurde mit dem Disklavier zur lodernden Flamme der Inspiration für die Musiker und Komponisten von morgen. Das ist eine Zukunft, die es wert ist zu erleben und zu spüren.

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Als wir an jenem Tag den Bösendorfer Salon im Musikverein wieder verlassen, habe ich noch Liberaces Interpretation von  Nino Rotas „der Pate“ im Ohr. Ich nehme weder die Menschen auf der Straße wahr, noch meinen lieben Freund Roland, der mit mir durch die Gassen streift. Wir sind bezaubert von Musik, die uns durch den Moment begleitet. Wir sind auf dem Weg in ein nahes Wiener Kaffeehaus und während wir auf dem Weg dorthin beinah über den Boden schweben, denke ich an Ludwig Bösendorfer, der sein eigenes Werk immer wieder neu erschuf, seinen eigenen Fortschritt stets übertraf und im Universum der Musik immer nach den entferntesten Sternen griff. Wer es schafft Fortschritt und Tradition zu verbinden, der hat wahrlich Großes geschaffen. Und ich glaube es war genau jener Gedanke, der uns traf wie ein Blitz, und uns letztendlich beide lächeln ließ.